[private]Vorgestern habe ich nach einigen Überlegungen den Schritt gewagt, mich im Netzwerk adseen.de als Merchant anzumelden und ein „kleines“ Partnerprogramm für meinen neuen Premium-Bereich zu starten. Nichts weiter Wildes – eigentlich. Affiliates sollen neue Mitglieder werben können und verdienen dabei 30 Prozent per Sale. Was bei der kleinsten Mitgliedschaft schon immerhin 2,70 Euro entspricht. Darum soll es aber nicht gehen. Ich habe wie gesagt die Entscheidung getroffen ein Partnerprogramm einzurichten.
Recherche + Eindruck
Bevor ich meinen Plan in die Tat umsetzte, erinnerte ich mich an vorherige Kontakte mit dem Betreiber. Ein bisschen Feedback schickte ich ihm vor ein paar Wochen bereits zu. Es wurde direkt darauf reagiert und man stellte ein paar Kleinigkeiten auch sofort ab. Karl Kratz hatte ebenfalls seine Erfahrungen mit adseen.de machen können. Ich las mir natürlich durch was er zu sagen hatte und schrieb auch mit ihm direkt darüber. Seine adseen Erfahrungen waren mittelmäßig bis unterirdisch, um es freundlich auszudrücken. Ich schrieb damals einen Kommentar bei Karl seinem Bericht. Prompt hatte ich eine E-Mail von adseen.de im Postfach. Er ging darauf ein. Zählte ich also 1 und 1 zusammen, sah ich ein Netzwerk vor mir bei dem der Betreiber sich anstrengt für seine Kunden zu handeln. Ich sah auch Schwachpunkte, keine Frage. Ein Netzwerk das seit Mitte 2009 besteht und immer noch keine MwSt. ausweisen kann – weil Kleinunternehmer – bei dem musste etwas schieflaufen. Doch jeder beginnt mal.
Versuch macht klug
Trotz einiger Ecken und Kanten registrierte ich meinen Merchant-Account und legte eine neue Kampagne, also ein Partnerprogramm an. Die Einrichtung erfolgt in wenigen Schritten. Im ersten Schritt werden Beschreibungen, Teilnahmebedingungen, Vergütung festgelegt. Das funktionierte auch alles wunderbar. Was will man falsch machen, schaut selbst.

Über einen „Tracking Manager“ wird die Schnittstelle für Leads und Sales eingerichtet. Stellt man sich ganz einfach vor. An der Seite wo eine Bestellung etc. bestätigt wird – beispielsweise auf einer „Vielen Dank für Ihre Bestellung“-Seite – wird der Code eingebunden, der am Ende dafür sorgt das ein Sale in der Statistik erscheint, wenn der Besucher zuvor ein Cookie bei einem Affiliate eingeladen hat. Den Code dafür hatte ich dann bei mir eingebunden.
Mit dem von adseen.de zur Verfügung gestellten Tracking Test führte ich eine Überprüfung durch. Wenn der Test mit dem Status „Erfolgreich“ beendet wird, ist das Programm einsetzbar. Ich generierte einen Cookie auf meinem PC, klickte wie vorgeschrieben auf das Werbemittel, surfte zur „Vielen Dank“-Seite und löste den Sale aus. Funktionierte einwandfrei, der Status wechselte auf „Erfolgreich“.

Na prima, kann es ja losgehen, dachte ich mir. Da es wirklich nur in einem sehr, sehr kleinen Rahmen startete, konnte nicht wirklich etwas in die Hose gehen. Selbst wenn gar nichts funktionierte, wäre es nicht weiter schlimm, weil ich in dieser Phase ein eigenes Monitoring angeschlossen hatte, über das jede Bewegung unabhängig verfolgt wurde. Nach der Einrichtung des Partnerprogramms und dem erfolgreichen Test der Sales-Schnittstelle erfolgte eine weitere Überprüfung durch den Support.
Es musste ja passieren
Jetzt muss alles funktionieren, denn der Support gab das Partnerprogramm frei, schickte sogar einen Newsletter raus. Über mein Monitoring verfolgte ich den restlichen Tag den Traffic und beobachtete was passiert. Nachmittags wurde dann ein Sale generiert. Endlich, der erste Sale! Grund zur Freude hatte ich nicht lange. Der Besucher kam vom Affiliate, registrierte sich als Premium Mitglied und führte die Zahlung ordentlich aus. Paar Minuten später schaute ich im Netzwerk und musste feststellen – es gab nix festzustellen. Kein Sale, nur Klicks.
Problematische Situation, denn ich bin generell jemand der für Neutralität und faire Arbeit im Affiliate-Marketing ist. Dem Affiliate habe ich Bescheid gegeben und eine Lösung vorgeschlagen. Zur Lösung am Ende mehr! Nebenbei schrieb ich den Support vom Netzwerk an. Von Nachmittag bis Abend kam keine Meldung. Aktuell ist immer noch keine Meldung vorhanden. Selbst auf meine SMS, keine Reaktion. Die Handynummer erhielt ich übrigens von Paypal. Klasse!
Es geht ja nicht um einen Lutscher, nicht um eine Banane aus der Zukunft oder sonst irgendwelches Spielzeug. Es geht einfach nur um Geld, ein scheinbar technisches Problem und einen Sale der jemand zusteht aber nicht vorhanden ist. Es geht also um Vertrauen. Da erwarte ich mir eine sehr zeitnahe Antwort auf mein höchst dämliches Problem. Warten kommt da nicht in Frage, denn es könnten ja weitere Sales verlorengehen.
Das macht keinen Sinn
Ich habe diese Nacht dreimal übers Handy in die Mails geschaut, nur um zu sehen ob schon was passierte. Hallo, eigentlich will ich die Nacht schlafen. Heute Morgen habe ich den Entschluss gefasst, mein Programm bei adseen.de nach nur einem vollständigen Tag wieder zu beenden. Bevor sich mein Schlafverhalten dramatisch verändert, gebe ich an dieser Stelle lieber auf.
Häufchen, Häufchen, Hügel, Berg!
Es summierten sich die Schwachstellen bei adseen.de immer weiter. Wenn man im Kopf bereits damit abgeschlossen hat, findet man schnell noch mehr Kritikpunkte die einen vorher mit rosaroter Brille nicht aufgefallen sind oder nicht auffallen konnten. So kann ich beispielsweise in den minimalistischen Statistiken nicht auf Vortage wechseln. Ich sehe immer nur die Zahlen in Realtime vom aktuellen Tag. Schaue ich einen Tag nicht rein, habe ich keine Chance die Statistiken vom Tag zuvor anzusehen. Teilnahmebedingungen vom Partnerprogramm kann man auch nicht ohne weiteres verändern und wenn ich Provisionen hinzufügen will – no way!
Ich weiß gar nicht was ich zu all dem noch schreiben soll. Ehrlich, ich hatte mit vielen Dingen gerechnet, aber nicht mit so einem …. Alles in allem ist das adseen.de Netzwerk einfach kein vollwertiges Netzwerk. Es besteht nun seit Mitte 2009 und daher hatte ich die Hoffnung es würde funktionieren. Das man aber noch auf dem Stand vom zweiten Tag ist, sorry, damit konnte ich beim besten Willen nicht rechnen.
Konto aufladen?
Eine Sache noch. Man kann sein Konto ab 25 Euro als Merchant aufladen. Für die Einrichtung hatte ich auch nur diesen kleinen Betrag genutzt. Als das Partnerprogramm freigeschaltet wurde, wollte ich Sicherheit haben und startete den Transfer weiteren Guthabens von Paypal zu adseen.de. Leider hängt das Geld von gestern auch heute noch in der Warteschleife als „offen“. Würde meine Kampagne funktionieren und mein Konto würde sich der Null näheren, müsste ich eine Pause des Programms hinnehmen obwohl Geld längst überwiesen wurde. Ein Knackpunkt bei dem spätestens jetzt jeder aktive Merchant den Stecker ziehen müsste.
Ich habe fertig!
Lösung mit den Affiliates
Wie zwischendurch geschrieben, habe ich bereits gestern eine Lösung für die Affiliates bereitgestellt. Mit einem Inhouse-Partnerprogramm konnte ein schneller Wechsel vollzogen werden. Die generierte Provision durch den Sale hat der Affiliate auch direkt Inhouse bestätigt bekommen. Getestet wurde das eigene Programm schon die Tage zuvor sehr gründlich. Test-Sales sind stets generiert und in den Statistiken erschienen. Noch dazu haben Affiliates und ich jetzt anständige Statistiken, ausführliche Reports etc. Es ist zwar nicht vollkommen, aber die Technik funktioniert und Gelder stehen wo sie stehen sollen und müssen. Dann spare ich mir auch gleich die Netzwerkgebühren.
Fazit
„Kleinvieh macht auch Mist“ bekommt in diesem Fall eine ganz neue Bedeutung. Definitiv rate ich jedem Unternehmen davon ab, sich bei einem kleinen Netzwerk zu registrieren, wenn am Ende eine langfristig erfolgreiche Kampagne entstehen soll. Netzwerke wie SuperClix, zanox, affili.net und Adbutler (auch Belboon), genau wie Webgains, überlebten nicht umsonst bis heute und wachsen ständig weiter. Wenn man unsicher ist welches Netzwerk man nutzen sollte, kann man auch Affiliate Agenturen fragen. Gibt ja ausreichend solcher Agenturen. Empreinte Media, Projecter, Dorst eMarketing, Explido WebMarketing und viele weitere Agenturen beraten da mit Sicherheit sehr gern.
Für mich war es eine Erfahrung die ich gern mitnehme. Bisschen Lehrgeld wurde gezahlt, paar Leute verunsichert, eine Nacht versaut und Hirnzellen verbrannt. Hey, wer mag das nicht haben. Mein Freitag ist ein Montag, ich habe über 1.200 Worte verfasst und freue mich ein funktionierendes Inhouse-Partnerprogramm zu besitzen. Was mit adseen war ist Geschichte und Schuld bin ich am Ende ja sowieso selbst – also, Schnee von gestern. Jetzt noch alles beim eigenen Programm betexten und die Sache passt. Das Partnerprogramm kann wer will, gern über den Premium Bereich aufsuchen. Ist auf der Startseite im Text am Ende erwähnt.
Schönes Wochenende!
ps: dieser Artikel ist keine gekaufte Werbung von adseen.de.[/private]
20. August 2010 um 09:40 Uhr
“ps: dieser Artikel ist keine gekaufte Werbung von adseen.de.”
wäre auch wirklich nicht die beste
20. August 2010 um 13:39 Uhr
Welche Version der Affiliate Software nutzt du? Ein Testbericht über die Software wäre mal eine schöne Sache
Suche schon länger nach einer funktionierenden Software.
Schöne Grüße und ein angenehmes Wochenende
Olli
20. August 2010 um 13:42 Uhr
Hi Olli,
ich nutze jetzt PAP4 (Post Affiliate Pro) in der aktuellen Version. Es ist sehr praktisch, da es auch auf dem DE Markt ohne zu viele Anpassungen einsetzbar ist. Zudem können Plugins und Updates wie bei WordPress direkt über den Adminbereich gezogen werden. Selbst Upgrades der Version kann man über den Adminbereich bezahlen und installieren. Insgesamt sehr praktisch. Testbericht wird dazu auch mal kommen. Dauert aber noch eine Weile.
20. August 2010 um 22:50 Uhr
Hi Eisy,
super vielen Dank. Ich hab Zeit, dann warte ich erstmal. Eine Umsetzung ist so oder so erst im kommenden Jahr geplant. Momentan steht einfach viel zuviel an
Ich könnte mich schon fast beklagen, aber das soll man ja nicht.
Gruß
Olli
26. August 2010 um 22:34 Uhr
und so hat man schnell mal noch ein paar Affiliates mitgenommen